Meisterschaften

Die ersten Deutschen Meisterschaften im Leistungssport Judo fanden nach dem Zweiten Weltkrieg 1956 statt. Erst 1970 wurden auch Deutsche Meisterschaften für Damen ausgerichtet. Europameisterschaften wurden 1957 durchgeführt, für Frauen erstmals 1975.

1956 fanden in Tokio die ersten Weltmeisterschaften statt, damals nur in einer offenen Gewichtsklasse.
Erst als 1961 bei den dritten Weltmeisterschaften in Paris der Niederländer Anton Geesink erstmals die japanischen Judoka besiegen konnte, wurden Gewichtsklassen eingeführt.
1964 in Tokio war Judo erstmals olympisch. Drei der vier Titel sicherten sich die Japaner, während in der offenen Klasse wieder Anton Geesink erfolgreich war. Von den deutschen Judoka wurde der Kölner Wolfgang Hofmann Zweiter -80 kg und Klaus Glahn Dritter der offenen Klasse.
1971 fand in Ludwigshafen die Weltmeisterschaft statt.
Erst seit 1972 (München) gehörte der Kampfsport Judo zum ständigen Olympiaprogramm. In sechs Gewichtsklassen blieben die Japaner dreimal Sieger. Der Niederländer Willem Ruska siegte im Schwergewicht und der offenen Klasse. Im Schwergewichtsfinale bezwang er Klaus Glahn aus Wolfsburg. Weitere Medaillen gewannen Paul Barth (Schwergewicht) und im Leichtgewicht der Leipziger Dietmar Hoetger, der inzwischen Bundestrainer der Männer ist.
Auch 1976 in Montreal gingen wieder drei der sechs Titel nach Japan, zwei Olympiasieger stellte die Sowjetunion, deren Kämpfer Elemente aus dem Sambo (russische Selbstverteidigung ohne Waffen) einbrachten. Der Münchener Günter Neureuther gewann Silber im Schwergewicht.
1977 wurden für Damen und Herren jeweils sieben Gewichtsklassen festgelegt.
Bei olympischen Spielen wurde zusätzlich eine offene Klasse ausgetragen. Die Weltmeisterschaft fiel in diesem Jahr der Politik zum Opfer.
1979 wude mit dem Berliner Detlev Ultsch (heute Bundestrainer der Junioren) erstmals ein Deutscher Weltmeister (-86 kg). 1980 fanden in New York die ersten Weltmeisterschaften der Damen statt.
Bei den Spielen 1980 in Moskau wurde Dietmar Lorenz Olympiasieger in der offenen Klasse (als einziger Halbschwergewichtler in der olympischen Judo-Geschichte).
Außerdem erkämpften Karlheinz Lehmann (-71 kg), Harald Heinke (-78 kg), Detlev Ultsch (-86 kg) und noch einmal Dietmar Lorenz (-95 kg) Bronzemedaillen.
1982 wurde Barbara Claßen aus Grenzach-Wyhlen -72 kg erste deutsche Weltmeisterin.

1983 wurde Detlev Ultsch in Moskau erneut Weltmeister, Andreas Preschel (heute Trainer beim Marzahner SV) siegte -95 kg.
1984 in Los Angeles wurde der Wolfsburger Frank Wieneke sensationell Olympiasieger gegen Neil Adams (Großbritannien), der zum erfolgreichsten Judoka aller Zeiten gehört, obwohl ihm kein Olympiasieg vergönnt war. Bronzemedaillen gingen an Günter Neureuther (-95 kg) und Arthur Schnabel (offene Klasse).
1987 in Essen fanden erstmals gemeinsame Weltmeisterschaften für Frauen und Männer statt. Alexandra Schreiber aus Leverkusen wurde Weltmeisterin -66 kg, Regina Sigmund gewann Silber +72 kg, Bronze gewannen Regina Philips (-56 kg), Barbara Claßen (-72 kg) und Karin Kutz in der offenen Klasse. Bei den Männern gab es Bronze für Jochen Plate (+95 kg) und Henry Stöhr (offene Klasse).
Bei den olympischen Spielen 1988 in Seoul wurden erstmals Wettkämpfe für Damen als Demonstrationswettbewerb durchgeführt. Bronzemedaillen sicherten sich Regina Philips (-56 kg), Barbara Claßen (-72 kg) und Regina Sigmund (+72 kg). Bei den Männern errangen der Berliner Sven Loll (-71 kg), Frank Wieneke (-78 kg – heute Bundestrainer U 15), Marc Meiling (-95 kg) und Henry Stöhr (+95 kg) jeweils Silber.
1989 bei der WM in Belgrad wurde der Leipziger Udo Quellmalz im Finale -65 kg Opfer skandalöser Kampfrichterentscheidungen. Bronze erkämpften Marc Meiling (-95 kg), der heutige RTL-Moderator Axel von der Groeben (offene Klasse) und einträchtig nebeneinander -86 kg der Leipziger Axel Lobenstein und der Hannoveraner Stefan Freudenberg. Die Damen gewannen Silber und Bronze durch Regina Sigmund (+72 kg) und Gabi Ritschel (-61 kg).
1991 in Barcelona stellte der DJB drei Weltmeister. Udo Quellmalz siegte -65 kg und Frauke Eickhoff und Daniel Lascau wurden Sensationssieger -61 bzw. -78 kg. Bronze holten Claudia Weber (+72 kg) sowie wieder einmal Marc Meiling (-95 kg).
Bei den darauffolgenden Olympischen Spielen blieb dann nur Bronze für Quellmalz und den Münchener Richard Trautmann (-60 kg). Dafür gab es sechs fünfte Plätze.
1993 im kanadischen Hamilton wurde Johanna Hagn aus München Weltmeisterin +72 kg. Silber gewann Henry Stöhr in der offenen Klasse.

Bronze erkämpften Marc Meiling und Udo Quellmalz. Ebenfalls Bronze gab es für Richard Trautmann (-60 kg) und den Berliner Schwergewichtler Frank Möller.
In Japan wurde 1995 Udo Quellmalz Weltmeister -65 kg. Frank Möller wurde Vizeweltmeister im Schwergewicht. Die Damen blieben erstmals ohne Medaille.
Bei der Olympiade in Atlanta wurde Udo Quellmalz 1996 mit seinem Sieg endgültig zum erfolgreichsten deutschen Judoka aller Zeiten. Bronzemedaillen gewannen Johanna Hagn (+72 kg), Richard Trautmann (-60 kg), Marco Spittka (-86 kg) und Frank Möller (+95 kg).
Bei den Weltmeisterschaften 1997 in Paris erkämpften Anja von Rekowski (-66 kg) und Marko Spittka (-86 kg) jeweils Silber. Den Ton gaben die Franzosen, Japaner und Koreaner an.
Bei der WM 1999 gelang es nur Anna-Maria Gradante, eine Bronzemedaille zu gewinnen. Die weiteren WM-Starter konnten keine Medaillen erringen.
Bei den Olympische Spielen 2000 in Sydney gingen die Männer des DJB wieder leer aus. Wieder war es nur Anna-Maria Gradante, die ihre Bronzemedaille verteidigen konnte.
Die WM 2001 fand in München statt. Raffaella Imbriani gelang der Überraschungscoup mit der Silbermedaille bis 52 Kilogramm. Frank Möller konnte in der Open Kategorie die Bronzemedaille gewinnen. Sandra Koeppen wurde +78 kg dritte.
Seit 01.01.1998 gelten weltweit neue Gewichtsklassen für Frauen und Männer.
Frauen: -48, -52, -57, -63, -70, -78 und +78 kg
Männer: -60, -66, -73, -81, -90, -100 und + 100 kg
(vgl. Unterlagen zum Wahlfach Judo der Sportlehrerausbildung der TU München, 2000)